Caparrós: "Armenien muss an den eingeschlagenen Weg glauben"
09.04.21 - 16:44 - de.fifa.com

RCD Espanyol v Sevilla FC - La Liga

Als Joaquín Caparrós zu Beginn des neuen Jahrhunderts das Traineramt beim FC Sevilla übernahm, hat sicherlich nicht einmal er selbst geahnt, wo er sich 21 Jahre später befinden würde.

Bis 2005 blieb er dem südspanischen Klub treu, leistete dort einen Beitrag zur Entwicklung von Spielern wie Sergio Ramos, Jesús Navas, José Antonio Reyes oder Dani Alves und erlangte Idolstatus. Nach Engagements bei weiteren Klubs in Spanien, der Schweiz und Katar nahm er 2018 kurzfristig erneut auf der Trainerbank des FC Sevilla Platz und übernahm gleichzeitig Aufgaben in der Vereinsführung. Dann kam der Anruf von Ginés Meléndez, der alles ändern sollte.

Der erfahrene Trainer, der eine spektakuläre Bilanz mit den spanischen Nachwuchsteams für sich verbuchen kann, wandte sich an Caparrós, um ihm den Trainerposten in Armenien anzubieten. Er war engagiert worden, um den armenischen Fussballverband umzustrukturieren und zögerte keine Sekunde, als er einen Trainer für das Nationalteam des Landes suchte. Caparrós war sein Mann.

"Sie wollen sich weiterentwickeln und wissen, dass alles von der Ausbildung ihrer Trainer abhängt. Sie machen ihre Sache sehr gut, und es stellen sich Ergebnisse ein, die für den Präsidenten und sein Team sprechen. Diesen Weg müssen wir fortsetzen", so Caparrós im Gespräch mit FIFA.com auf die Frage nach dem Wandel des armenischen Fussballs.

"Ich hatte noch einen laufenden Vertrag bei Sevilla, als Ginés Meléndez mit mir über dieses Projekt sprach. Später habe ich dann den Verbandspräsidenten in Madrid getroffen. Die Chemie, das Feeling hat gestimmt, und wir sind uns schnell einig geworden. Sie vertrauen uns und die Kommunikation ist sehr gut", erklärt Caparrós, auf den Wechsel nach Armenien und den Unterschied zu seiner vorherigen Tätigkeit angesprochen. Das war der Auftakt zu diesem exotischen Abenteuer.

Seitdem haben sich die guten Beziehungen zwischen Caparrós und Armenien noch vertieft. Der Trainer hatte einen Auftakt nach Maß. "Dass wir in die Liga B der UEFA Nations League aufgestiegen sind, war eine Auszeichnung für die geleistete Arbeit und kam außerdem unerwartet, weil auch starke Teams wie Georgien und Nordmazedonien dabei waren. Das war ein Erfolg und hat dem Team und dem ganzen Land mental Auftrieb gegeben. Damit hat sich bestätigt, dass Armenien an den eingeschlagenen Weg glauben muss", so der ehemalige Trainer von Athletic Bilbao, Deportivo La Coruña und RCD Mallorca.

Die Erfolge waren beste Vorzeichen für die europäische Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022™, die für Armenien spektakulär begonnen hat. Die Armenier konnten den Schwung aus der Nations League mitnehmen und einen perfekten Start hinlegen. Mit drei Siegen in drei Spielen stehen sie jetzt an der Spitze von Gruppe J.

"Wir sind mit hohen Erwartungen in die Qualifikation gegangen, aber gleichzeitig war uns klar, dass wir in einer schwierigen Gruppe gelandet waren. Wir haben einen guten Start hingelegt, bleiben aber mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Wir müssen gegen Teams wie Rumänien, Island, Nordmazedonien und vor allem Deutschland antreten, die sehr stark sind. So ist die Lage, aber die Hoffnung lassen wir uns nicht nehmen", betont Caparrós.

Der erfahrene 65-jährige Trainer weiß, dass sein Team jetzt Ruhe bewahren muss, und fasst die bisherigen Ereignisse in Gruppe J nochmals zusammen. "Für uns ist es gut, dass es in der Gruppe so verrückt zugeht, aber uns ist bewusst, dass es sehr schwer werden wird. Das sind Traditionsteams mit vielen guten Spielern, vor allem Topfavorit Deutschland."

Aus diesem Grund will Caparrós, nach seinen Zielen befragt, auch noch nicht über den September hinausdenken [Anm. d. Red.: Armenien bestreitet erst im September die nächsten Qualifikationsspiele]. "Wir müssen Spiel für Spiel denken und schauen, wie weit wir kommen können. Wir werden erst im September wieder spielen und sehen, wie die Spieler sich präsentieren. Bei uns hängt alles davon ab, dass wir mental und im Kollektiv stark sind."

Obwohl er erst seit zehn Spielen für Armenien verantwortlich ist, fühlt sich der spanische Trainer in dem osteuropäischen Land bereits ausgesprochen wohl. "Die Chemie hat von Anfang an gestimmt, vom Präsidenten bis zu unserem Trainerstab. Die Trainingslager mit den Spielern machen wirklich Spaß, weil sie sich stark einbringen."

Caparrós hat nur lobende Worte für seinen Alltag mit der armenischen Nationalmannschaft. "Wir haben ein unglaubliches Ausbildungs- und Trainingszentrum. Es verfügt über zehn Fussballplätze in spektakulärem Zustand und ein Wohnheim der Luxusklasse. Mehr braucht man nicht... wir fühlen uns sehr wohl", meint er.

Norberto Briasco (L) of Armenia vies with Ari Skulason of Iceland during the 2022 FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball qualification match between Armenia and Iceland in Yerevan, Armenia, March 28, 2021.

Bei einem spanischen Trainer in Armenien kommt einem natürlich auch die Sprachbarriere in den Sinn. "Im Nationalteam werden vier Sprachen gesprochen: Russisch, Armenisch, Englisch und Spanisch", berichtet Caparrós gegenüber FIFA.com und betont gleichzeitig, dass das für ihn kein Problem ist. "Die Kommunikation funktioniert sehr gut, und hinzu kommt, dass der Fussball eine universelle Sprache ist. Wenn der Ball erst einmal rollt, verstehen sich alle. Diese nonverbale Kommunikation ist fundamental."

Zum Abschluss fragen wir Joaquín Caparrós, was es für Armenien bedeuten würde, an einem großen Turnier wie einer Europa- oder Weltmeisterschaft teilzunehmen. "Der Aufstieg in der Nations League war schon eine sehr emotionale Angelegenheit, da kann man sich ja vorstellen, was die Teilnahme an einem solchen Turnier bedeuten würde. Aber darüber denke ich noch gar nicht nach. Nach vielen Jahren im Fussballgeschäft weiß ich, dass wir Schritt für Schritt vorgehen müssen. Die Menschen in Armenien sollen die Siege genießen und wir konzentrieren uns auf die Arbeitsmethoden", erklärt er.

Caparrós ist auf jeden Fall stolz auf sein Team und die geleistete Arbeit, das ist im Laufe dieses Interviews deutlich geworden. Es wird spannend sein zu verfolgen, wie weit er mit Armenien kommen kann.


FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022™: Vergabe der Medienrechte für Italien
09.04.21 - 16:00 - de.fifa.com

Generic TV camera gantry.

Nach der Ausschreibung der italienischen Medienrechte für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022™ hat die FIFA die Exklusivrechte für diesen Wettbewerb an Italiens öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Rai vergeben.

Rai verfügt über Rechte für verschiedene Kanäle wie Fernsehen, Internet und Radio und wird dem Turnier damit eine starke Sendeplattform bieten. Neben der Live-Ausstrahlung aller 64 Spiele auf dem Gebiet wird Rai auch ein umfassendes Rahmenprogramm anbieten, einschliesslich Zusammenfassungen und Magazinen. Mindestens 28 Spiele des Turniers, einschliesslich des Eröffnungsspiels, des Finales und beider Halbfinale, werden auf dem Hauptkanal Rai 1 zu sehen sein, womit die von der FIFA angestrebte breite Reichweite des Wettbewerbs gewährleistet ist.

Mit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ feiert die WM ihre 22. Auflage, ihre Premiere im Nahen Osten sowie ihre erste Ausgabe im November/Dezember. Mit ultramodernen Stadien, optimalen Spielbedingungen und einem kompakten Turnierkonzept wird das Gastgeberland dem Fussball eine einzigartige Bühne bieten und Menschen aus aller Welt vernetzen und inspirieren. Das Turnier wird nach dem üblichen Format mit 32 Teams und 64 Spielen ausgetragen, einschliesslich hochklassiger Gruppenspiele sowie einer spannenden K.-o.-Phase.

 Jean-Christophe Petit, Direktor der FIFA-Subdivision für Medienrechte und inhaltliche Dienste, sagte: „Nach einem überaus umkämpften Ausschreibungsverfahren freuen wir uns sehr, in Italien für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022 einen starken Medienpartner gefunden zu haben. Gemeinsam mit Rai werden wir dafür sorgen, dass diese einzigartige FIFA Fussball-Weltmeisterschaft ein Riesenerfolg wird, und allen italienischen Fans ein einmaliges Erlebnis bieten.“

Noch sind in einigen Gebieten Rechte für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022™ erhältlich. Die FIFA hat Anfang dieses Monats für die griechischen Medienrechte eine Ausschreibung lanciert, die noch bis Dienstag, 20. April, dauert.

Durch den Verkauf der Medienrechte für ihre Fussballveranstaltungen erzielt die FIFA grundlegende Einnahmen für die weltweite Unterstützung und Förderung des Fussballs, beispielsweise über das FIFA-Forward-Entwicklungsprogramm.


Deville im Interview über Katar in der WM-Quali: "An sich kompletter Unsinn"
09.04.21 - 10:45 - kicker.de

Im kicker-Interview spricht Maurice Deville (28) über wertlose Qualifikationsspiele gegen Katar, den Sieg in Irland und die Entwicklung der luxemburgischen Nationalmannschaft.


FIFA-Direktor Wenger: "Automatisierte Abseitserkennung in Katar möglich"
08.04.21 - 14:18 - kicker.de

Können Linienrichter Abseitssituationen durch ein Signal künftig sofort erkennen? FIFA-Direktor Arsene Wenger stellt bereits für die WM 2022 eine Technologie in Aussicht.


Zorc über DFB-Blamage: "Kam in Dortmund auch schon vor"
01.04.21 - 14:20 - kicker.de

BVB-Sportdirektor Michael Zorc macht sich nach Deutschlands 1:2-Blamage gegen Nordmazedonien keine großen Sorgen - und glaubt an einen "Weckruf".

Über 200.000 haben abgestimmt: Das ist der Wunsch-Kader für die EM
01.04.21 - 13:14 - kicker.de

208.927 kicker-User haben Bundestrainer gespielt und abgestimmt, wen Joachim Löw mit zur EM nehmen sollte.


Wunsch-Kader: Ter Stegen vor Neuer - Hummels und Müller dabei
01.04.21 - 13:13 - kicker.de

An unserer Umfrage, welche Spieler zur EM fahren sollen, beteiligten sich insgesamt 208.927 Teilnehmer, die jeweils drei Torhüter, acht Abwehrspieler sowie zwölf Spieler für Mittelfeld und Angriff wählen durften. Das ist Ihr 23-köpfiger Wunsch-Kader.


"Ohrfeige für Löw" - "Ein Meer voller Zweifel"
01.04.21 - 11:50 - kicker.de

"Blamage", "Demütigung", "Debakel": Die Kritik der internationalen Medien nach der 1:2-Pleite Deutschlands in der WM-Qualifikation gegen Fußball-Zwerg Nordmazedonien waren wenig überraschend vernichtend.


Neuer Tiefpunkt: Welche Fragen sich Löw nun stellen muss
01.04.21 - 11:37 - kicker.de

Die deutsche Mannschaft kassierte beim 1:2 gegen Nordmazedonien den nächsten heftigen Tiefschlag. Der scheidende Bundestrainer Joachim Löw fordert seine Elf auf, deshalb nicht den Glauben an eine erfolgreiche EM zu verlieren - und wirkte dabei selbst maximal niedergeschlagen.


Eine 5,5: Die kicker-Noten zur Blamage gegen Nordmazedonien
01.04.21 - 10:02 - kicker.de

Die deutsche Nationalmannschaft ist gegen Nordmazedonien böse ausgerutscht. Gleich acht Spieler bekamen ein mangelhaft, nur ein Akteur zeigte eine befriedigende Leistung.