Muss Schalke seine Rechtsform ändern? Marketing-Vorstand Jobst redet Klartext: „Schalke muss sich entscheiden“
13.06.21 - 19:21 - derwesten.de

Auch wenn das Thema bei der diesjährigen Mitgliederversammlung noch nicht konkret zur Abstimmung stand – um das Anliegen der Rechtsform des FC Schalke 04 kamen...


Knäbel: "Haben die sportliche Würde verloren"
13.06.21 - 18:59 - kicker.de

Bei seiner Aufarbeitung der vergangenen Monate sprach der dreiköpfige Vorstand des FC Schalke am Sonntag vor dem Abbruch der digitalen Mitgliederversammlung über Fehler der Vergangenheit, die Herausforderungen der Gegenwart und die Lösungsansätze für die Zukunft.


Mitgliederversammlung abgebrochen – Weiteres Vorgehen wird geprüft
13.06.21 - 15:09 - schalke04.de

S04-Logo

Der FC Schalke 04 hat den Versuch, eine Mitgliederversammlung dieser Größenordnung digital abzuhalten, gewagt – wissend um die erheblichen technischen Herausforderungen. Grund war nicht zuletzt der Wunsch von Verein und Mitgliedern, nach der Pandemie-bedingt ausgefallenen MV des Jahres 2020 endlich wieder in Kontakt zu treten, Vereinsangelegenheiten zu besprechen und Wahlen abzuhalten.

Wir prüfen nun das weitere Vorgehen, vor allem vor dem Hintergrund der Entwicklung der Corona-Pandemie. Selbstverständlich werden wir die Mitglieder nach Abschluss dieser Prüfung so schnell wie möglich informieren.

Wir bitten alle Mitglieder um Entschuldigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

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S04 bricht Mitgliederversammlung ab
13.06.21 - 13:10 - kicker.de

Aufgrund schwerwiegender technischer Probleme musste der FC Schalke 04 am Sonntag seine erstmals digital durchgeführte Mitgliederversammlung abbrechen.


FC Schalke 04: Seine Rede bringt die Fans zum Ausrasten – „Geht’s noch?“
13.06.21 - 13:06 - derwesten.de

Dass es auf der Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 den einen oder anderen hitzig diskutierten Beitrag geben würde, hatten im Vorfeld viele Fans erwartet....

FC Schalke 04: Fans fassunglos! Plötzlich steht dieser Doppel-Abgang im Raum
13.06.21 - 13:05 - derwesten.de

In wenigen Tagen geht es auf dem Trainingsgelände des FC Schalke 04 wieder rund. Trainer Dimitrios Grammozis bittet seine Mannschaft zum ersten Training. Die...


FC Schalke 04: Mitgliederversammlung im Live-Ticker! Abbruch der MV!
13.06.21 - 12:50 - derwesten.de

Am Sonntag steht auf Schalke die Mitgliederversammlung an. Und dort kann es ganz schön heiß hergehen.Die sportliche und finanzielle Situation der Königsblauen...


Dr. Jens Buchta: Nachhaltigen Weg gestalten
13.06.21 - 12:34 - schalke04.de

Dr. Jens Buchta

Dr. Jens Buchta über …

… Gründe für den Absturz in der Saison 2020/2021:
Ein schwieriges, absolut unbefriedigendes Jahr liegt hinter unserem Verein. Die Corona-Pandemie mit erheblichen Einschränkungen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, Umsatzeinbußen allenthalben und Geisterspielen ohne die beflügelnde Unterstützung unserer Fans haben uns maximal hart getroffen – wirtschaftlich und emotional. Wir konnten den Abstieg nicht verhindern, die sportliche Talfahrt nicht aufhalten. Nicht durch mehrere Trainerwechsel, nicht durch die Verpflichtung diverser Spieler im Winter, nicht durch alle Maßnahmen der sportlich Verantwortlichen. Es wäre zu einfach, aus meiner Sicht die Schuld bei einem Verantwortlichen allein zu suchen. „Den Schuldigen“ gibt es nicht für diese Misere. Die Entwicklung zeigt, dass sich verschiedene falsche Entscheidungen in vielen Bereichen über vier, fünf Jahre hinweg summiert und uns an diesen Punkt gebracht haben. Die Erfahrung, dass sich derartige Fehler im sportlichen Bereich nicht „mal eben“ revidieren lassen, die machen wir gerade.

… Kritik und Analyse:
Natürlich haben wir die Gefahren dieser Fehlentwicklung frühzeitig erkannt. Aufgrund einer Vielzahl von teuren und vor allem langfristigen Verträgen erfordert eine solche Korrektur daher Zeit. Trotzdem müssen wir uns kritisch hinterfragen, ob wir vielleicht einige Entscheidungen schneller hätten treffen können. Ob wir zu lange gewartet haben mit der Trennung von Plänen und Personen: wahrscheinlich ja. Dies ist aber auch immer eine Frage von Alternativen und wirtschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Hier hat gerade in diesem Jahr die Corona-Pandemie die wirtschaftlichen Spielräume stark verkleinert.

Wir haben viele Aspekte auf den Prüfstand gestellt. Das ist unangenehm, aber wir können und müssen zu Recht von jedem erwarten, dass er sich Kritik stellt, sei es an seiner Person, seinen Aufgaben, seiner Intention oder seiner Leistung. Das gilt ausdrücklich für alle: für die Mannschaft, die sportlich Verantwortlichen, uns Mitglieder in den Gremien, natürlich auch für mich als Aufsichtsratsvorsitzenden – einfach alle. Ich bin der festen Überzeugung, Ruhe und Besonnenheit sind gute Berater, wenn man grundlegende Entscheidungen zum Wohle unseres Vereins zu treffen hat. Für Egoismen, für vereinsschädigendes Verhalten darf und wird weiterhin kein Platz sein. Wenn Eigeninteressen in den Vordergrund treten, wenn forcierte mediale Inszenierungen von Gruppen und Personen zur Peinlichkeit werden – dann gibt man wissentlich unseren Verein der Lächerlichkeit preis und schädigt ihn nachhaltig. Das ist nicht akzeptabel.

Professionelle und zeitgemäße Strukturen sind die Voraussetzungen für Erfolg. Da haben wir erheblich nachjustiert und strukturelle Fehler der Vergangenheit beseitigt.

Dr. Jens Buchta

… Weichenstellungen:
Der Aufsichtsrat engagiert sich mit vielerlei Sachverstand – wirtschaftlich, juristisch und sportlich. Wenn wir alle ehrlich zu uns sind und aus der Analyse der Situation die richtigen Schlüsse ziehen und konsequent danach handeln – dann werden wir wieder in die richtige Spur kommen. Diesen Weg gestalten wir gerade. Hierfür haben wir als Aufsichtsrat in den letzten Monaten die Weichen gestellt. Professionelle und zeitgemäße Strukturen sind die Voraussetzungen für Erfolg. Da haben wir erheblich nachjustiert und strukturelle Fehler der Vergangenheit beseitigt. Beispielsweise, indem wir mit der Verpflichtung von Peter Knäbel als Sportvorstand, der sehr strategisch arbeitet und der mit Rouven Schröder als starkem Sportdirektor den Lizenzspielerbereich neu aufstellt, erstmals in der Geschichte von Schalke 04 die Entscheidungen im Sport auf mehrere Schultern verteilt haben. Eine Entscheidung, die für die Zukunft des Vereins extrem wichtig sein wird. Der Sportvorstand als Solo-Frontmann, der allein im operativen Geschäft rund um die Profimannschaft agiert und alles, Kabine wie Vertragliches, perfekt im Griff hat – diese Zeiten sind vorbei.

… Änderungen in Vorstand und Aufsichtsrat:
Wir haben den neuen Weg auch gestaltet, indem wir Christina Rühl-Hamers in den Vorstand berufen haben, die dort im Ressort Finanzen bei unseren vielen großen wirtschaftlichen Herausforderungen mit großer und klarer kaufmännischer Vernunft agiert. Und auch aktuelle Entscheidungen in Bezug auf ein neues Vorstandsmitglied stehen an, denn die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin von Alexander Jobst für das Ressort Marketing und Vertrieb läuft bereits. Welches Gesicht der Vorstand danach haben wird, ob es vielleicht einen Vorstandsvorsitzenden geben wird – das werden wir sehen.

Auch im Aufsichtsrat selbst hat sich einiges getan. Einige haben wir im letzten Jahr verloren, und neue, bisweilen auch bekannte Gesichter sind nachgerückt. Besonders freue ich mich, dass wir die sportliche Kompetenz im Gremium mit Youri auch nach dem Ausscheiden von Huub weiter auf höchstem Niveau halten können. Auch vereinspolitisch hat der Aufsichtsrat genau hingehört und hat – nachdem es bereits seit einigen Jahren Wunsch vieler Mitglieder war – einen Satzungsänderungsantrag zur Änderung des Wahlverfahrens für den Ehrenrat zugelassen.

… Vereinsphilosophie:
Es ist für uns wichtiger denn je, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Zentraler Punkt wird dabei die Beibehaltung einer klaren und – wenn erforderlich – auch restriktiven Finanzpolitik sein. Auch wenn uns die schnelle Rückkehr in die Bundesliga gelingen sollte, darf es keine Rückkehr zu „Wetten auf den sportlichen Erfolg“ geben. Wir müssen mit unserem Verein sehr, sehr vorsichtig umgehen, gut auf ihn aufpassen und dürfen ihn nicht noch einmal überfordern. Wenn uns das gelingt, dann gestalten wir einen nachhaltigen Weg für den FC Schalke 04.

Es ist für uns wichtiger denn je, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Dr. Jens Buchta

… seinen Abschied aus dem Aufsichtsrat:
Erlauben Sie mir ein persönliches Schlusswort: Wenn ich heute nach 15 Jahren aus dem Aufsichtsrat ausscheide, dann will ich das nicht tun, ohne mich bei ganz vielen Menschen für die Begleitung dieser 15 Jahre zu bedanken. Ich bedanke mich zunächst beim Vorstand für eine lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Stellvertretend für alle geht mein Dank an Peter Peters und Alexander Jobst. Mein Dank geht auch an den Aufsichtsrat. Insbesondere in den letzten Jahren haben viele von euch in ganz schwerer Zeit Verantwortung übernommen. Ich weiß, dass ihr euch oft große Sorgen gemacht habt, was aus Schalke 04 wird. Dadurch, dass ihr diese Verantwortung übernommen habt, seid ihr dem Auftrag der Mitgliederversammlung gerecht geworden. Dieses Auftrags und dieser Verantwortung ist sich aber leider nicht jeder im vergangenen Jahr bewusst gewesen. Mancher hat sogar mit dazu beigetragen, dass unser Verein inmitten der schwersten Krise weiteren Schaden genommen hat, und den Aufsichtsrat damit hintergangen. Zum Schluss, und das mit großem Bedacht, geht mein Dank an die vielen, vielen Mitarbeiter des Vereins, die in unglaublich engagierter Art den Aufsichtsrat und mich persönlich in den letzten 15 Jahren bei der Arbeit unterstützt haben. Wenn sie dieses Engagement beibehalten, mache ich mir um Schalke 04 nur wenig Sorgen.

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Peter Knäbel: Gemeinsamer Plan, nach dem wir konsequent handeln
13.06.21 - 12:32 - schalke04.de

Peter Knäbel

Peter Knäbel über…

… die vergangenen Monate:
Unser dramatischer sportlicher Absturz und viele Themen der vergangenen zwei Jahre abseits des Platzes haben uns Schalker – so ehrlich müssen wir sein – aufgerieben und gespalten. Das ist nicht spurlos an uns allen vorbeigegangen. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken. Bedanken für ihre Kraft und ihre Energie, mit der sie sich immer wieder neu motiviert haben; nach jeder Enttäuschung und nach jeder schlechten Nachricht.

Und glaubt mir, liebe Mitglieder: Ich kann gut nachfühlen, wie sehr auch euch dies mitgenommen hat.

Denn auch ich habe hinter meiner Maske auf der Tribüne gelitten und gehadert – nein: Ich habe mich sogar teilweise geschämt. Der Abstieg als solcher war schon schlimm. Noch schlimmer war für mich aber die Art und Weise unseres Abstiegs. Denn unser stolzer S04 hat in dieser Saison seine sportliche Würde verloren. Das schmerzt mich am allermeisten, das schmerzt mich noch heute. Und ich kann gut verstehen, was sich da auch bei euch aufgestaut hat!

Ich persönlich ziehe aus der Wut, der Enttäuschung und der Ohnmacht meine Energie, meine feste Überzeugung, um euch zu versichern: Damit wird, damit muss Schluss sein! Das wird und muss sich ändern! Solche Leistungen werdet Ihr nicht wieder zu sehen bekommen. Dafür stehen wir – unser neuer Sportdirektor Rouven Schröder, unser Trainer Dimitrios Grammozis und sein Trainerteam, und ich.

… den Kaderumbau:
Aktuell haben wir es mit dem größten Kaderumbau zu tun, den ich persönlich je gesehen habe. Bis zum Ende der Transferperiode werden wir nicht weniger als zirka 70 Personalentscheidungen getroffen haben. Und das alles unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die nicht nur Corona-bedingt so schwierig waren wie schon lange nicht mehr.

Und trotzdem bin ich optimistisch. Warum? Weil wir, die sportliche Leitung, genau wissen, was wir tun und wie wir es tun. Und weil wir einen gemeinsamen Plan haben, nach dem wir konsequent handeln. Mit kaufmännischer Vernunft, aber auch sportlich ambitioniert. Unsere vier Handlungsfelder sind:

I. Sportliche Leitung: Die sportliche Leitung. Schon lange wurde die Forderung nach einem Sportdirektor gestellt. Jetzt haben wir es endlich umgesetzt. Und ich sage es mit aller Klarheit: Der Sport auf Schalke ist keine One-Man-Show. Wir brauchen dafür ein starkes Team. Unser Sportdirektor Rouven Schröder spielt dabei eine entscheidende Rolle: Jeden Tag läuft er, mit Handy und Ladekabel bewaffnet, die Gänge der Geschäftsstelle auf und ab und positioniert uns auf dem Transfermarkt. Einem Transfermarkt, der so kompliziert wie selten zuvor ist und der für die Zukunft unseres Vereins noch nie so wichtig war. Dank Rouven Schröder haben wir schon jetzt deutlich mehr Präsenz und Power auf dem Transfermarkt.

II. Scouting: Unsere Scoutingabteilung. Jahrelang unsere Achillesferse. Mit der Taskforce Kaderplanung ging es bereits bergauf. Unser neuer Chefscout André Hechelmann wird diese Abteilung mit talentierten, motivierten Mitarbeitern und neuester Datentechnik auf ein neues, auf ein konkurrenzfähiges Level bringen.

III. Knappenschmiede: Die Knappenschmiede, unsere Goldschmiede. Meine Heimat auf Schalke. Auch wenn wir in der kommenden Saison mit den Profis in der Zweiten Liga spielen werden – die Knappenschmiede bleibt erstklassig und einzigartig! Ihr Etat bleibt stabil – das ist für unseren Verein eine wichtige strategische Entscheidung.

Die Scoutingabteilung rund um Mathias Schober, aber auch die Trainerteams der jüngeren Mannschaften haben in den letzten Jahren einen sehr guten Job gemacht. Wir dürfen uns auf spannende Talente aus dem Übergangsbereich U19/U23 freuen. Ich sage euch: Da kommt richtig was nach!

Und eines möchte ich an dieser Stelle nicht versäumen: An alle Trainer, allen voran unseren Cheftrainer Norbert Elgert, an alle Betreuer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein spezielles Dankeschön an die Eltern der Spieler der Knappenschmiede, die gerade in Corona-Zeiten sehr belastet waren und selbstverständlich mit angepackt haben: Ein herzliches Dankeschön für euer großes Engagement!

IV. Kaderprofil: Viertes Handlungsfeld ist das Kaderprofil. Die bisherigen Transfers weisen den Weg: fußballerische Qualität gepaart mit Mentalität. Danny Latza, Simon Terodde und Victor Palsson als Achsen- und Ankerspieler, die nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine sehr wichtig sind. Dazu mit Marcin Kaminski ein Routinier, der Aufstieg kann. Mit Thomas Ouwejan sowie Reinhold Ranftl zwei Spieler, die mit viel Dynamik die Außenbahnen beackern werden. Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht: Vor meinen Augen entsteht dabei ein Bild. Das Bild eines Teams, auf dessen Charakter und Spielstil ich mich jetzt schon freue.

Ihr werdet eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die von Anpfiff bis Abpfiff alles für den FC Schalke 04 gibt: Bedingungslosen Einsatz, totale Leidenschaft und Hingabe.

Peter Knäbel

… die kommenden Monate:
Aber: Der Kaderumbruch ist noch lange nicht zu Ende. Wir brauchen einen langen Atem und viel Geduld. Eines ist dabei sonnenklar: Jeder Spieler, der bleibt, muss zeigen, dass er verstanden hat. Dass er verstanden hat, worum es jetzt in erster Linie geht: die sportliche Würde und den Respekt für unsere Farben zurückzuerobern.

Wir müssen schnell wieder lernen zu gewinnen. Wir müssen schnell wieder lernen Siege einzufahren, die wir so sehnsüchtig vermissen. Wir brauchen unbedingt eine Siegermentalität.

Aber allen ist bewusst, für alle ist klar: diese Zweite Liga ist eine riesige Herausforderung für jeden von uns. Ein Spaziergang wird das sicher nicht. Wir nehmen diese Herausforderung mit großer Demut, viel Respekt, aber auch mit großer Vorfreude an.

Den sofortigen Wiederaufstieg oder Siege in Serie kann und werde ich euch nicht versprechen. Wir werden dafür alles tun, alles unternehmen. Ihr werdet eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die von Anpfiff bis Abpfiff alles für den FC Schalke 04 gibt: bedingungslosen Einsatz, totale Leidenschaft und Hingabe. Damit ist unwiderruflich klar: Wer dies nicht lebt und dies nicht verstanden hat, der hat hier auf Schalke keine Zukunft mehr!

… ein wiedervereintes Schalke:
Liebe Mitglieder, am Tag des definitiven Abstiegs – und ich muss dieses Kapitel ansprechen, weil es mir wichtig ist – haben wir nicht nur sportlich verloren. Wenn unsere Vereinslegenden, wenn irgendein Schalker körperlich traktiert und verfolgt wird, dann ist die rote Linie weit überschritten.

Gewalt an sich hat keinen Platz auf Schalke. Wir müssen uns konsequent von dieser kriminellen Energie distanzieren und von diesen Personen trennen. Das sind Chaoten, das sind Schläger, das sind Kriminelle – aber Schalker sind das nicht.

Doch lasst uns von jetzt an nach vorne schauen: Nur ein geeintes, ein wiedervereintes Schalke kann die großen Herausforderungen meistern. Das fängt bei Christina und mir an. Der Vorstand muss und wird als Einheit funktionieren und agieren.

Und diese Einheit muss sich fortsetzen bei Fans, Mitgliedern, Mitarbeitern und vor allem bei der Mannschaft. Wir müssen eine Einheit, eine verschworene Einheit sein – füreinander und miteinander. Wir müssen bedingungslos zusammenhalten und ein Team sein! Denn aus diesem Zusammenhalt, dieser Geschlossenheit schöpfen wir Schalker unsere Energie, unseren Mut und unseren Stolz.

Neuzugänge, die an dieser Stelle stolz präsentiert wurden, spielen dabei eine wichtige Rolle. Ich sage euch hier und jetzt und mit vollster Überzeugung: Der wichtigste Schalker Neuzugang in diesem Jahr seid ihr, wenn ihr wieder bei uns seid!

Ich freue mich auf jeden Einzelnen, ich freue mich auf jede Einzelne von euch.

Glück auf!

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Christina Rühl-Hamers: Lasst uns ambitioniert und realistisch sein!
13.06.21 - 12:01 - schalke04.de

Christina Rühl-Hamers

Christina Rühl-Hamers über …

… die aktuelle Finanzlage:
Um es auf den Punkt zu bringen: Wir haben die Lage im Griff, aber gut ist sie nun wirklich nicht. Die wichtigsten Zahlen sind ja bekannt: Wir haben im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 175 Millionen Euro erzielt. Das ist ein Minus von 100 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr 2019. Im Ergebnis haben wir einen Verlust in Höhe von 53 Millionen Euro gemacht. Die Verbindlichkeiten stehen bei 217 Millionen Euro. Das sind die Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2020. Diese Zahlen kann man nicht schönreden. Sie sind so, wie sie sind. Und diese Situation hat sich im ersten Halbjahr 2021 durch die anhaltende Pandemie nochmal verschärft. Die wichtigste Aufgabe für die nächste Zeit heißt also: Wir müssen uns erst einmal wirtschaftlich stabilisieren!

… die anstehenden Herausforderungen:
Die Pandemie wird uns weiter beschäftigen. Wir hatten und haben dadurch nicht nur erhebliche Einnahmeverluste, wir werden zudem in den nächsten Jahren 35 Millionen Euro Corona-Darlehen zurückzahlen müssen. Ein anderes Beispiel: 12,5 Millionen Euro müssen wir in den nächsten Jahren für Spieler bezahlen, die im letzten Jahr gar nicht mehr bei uns gespielt haben. Im Klartext: Wir schleppen aus der Vergangenheit einen vollgepackten Rucksack mit uns herum. Der ist voller dicker Brocken. Wir werden nicht in die Knie gehen, aber es wird schwer, überhaupt vom Fleck zu kommen. Schnelle Sprints oder gar große Sprünge sind vorläufig nicht drin. Das wirtschaftliche Handeln der Vergangenheit prägt unsere Gegenwart und wird uns auch noch in der Zukunft beschäftigen.

Das wirtschaftliche Handeln der Vergangenheit prägt unsere Gegenwart und wird uns auch noch in der Zukunft beschäftigen.

Christina Rühl-Hamers

… die Gründe für die aktuelle Situation:
Ich will mich auf drei Faktoren konzentrieren. Da ist zunächst die Corona-Pandemie. Bei jedem Heimspiel ohne Zuschauer fehlen uns rund zwei Millionen Euro. Insgesamt sind uns allein im letzten Geschäftsjahr aufgrund der Corona-Pandemie 70 Millionen Euro Einnahmen weggebrochen. Wir haben viele Anstrengungen unternommen, um die Kosten drastisch zu reduzieren. Damit konnten wir aber nur einen Teil auffangen.

Nun kann man sagen: Corona hat doch alle Vereine geschüttelt. Stimmt, aber bei uns kommt jetzt der zweite Faktor dazu. Wir hatten keine Reserven, auf die wir zurückgreifen konnten. Ganz im Gegenteil. Wir mussten uns mit einem Betriebsmitteldarlehen weiter verschulden. Der Rucksack wurde nochmal schwerer. Andere Clubs haben in dieser Krise auf Reserven zurückgreifen oder gar externes Eigenkapital generieren können. Diese Option steht Schalke 04 aufgrund der Rechtsform als eingetragener Verein nicht zur Verfügung. Liebe Mitglieder, darüber werden wir in Zukunft diskutieren. Nicht heute, aber dieses Thema müssen wir zur richtigen Zeit angehen.

Nun kann man sagen: Die Struktur war aber nicht der alleinige Grund für die schlechten Zahlen. Stimmt, denn neben Corona und fehlenden Möglichkeiten externes Eigenkapital zu generieren, gab es nämlich noch einen weiteren Faktor: Viele andere Fußballclubs, egal in welcher Rechtsform, haben über lange Jahre hinweg bessere Entscheidungen als der S04 getroffen! Bessere Entscheidungen in vielen Bereichen, bessere Entscheidungen auf vielen Ebenen, bessere Entscheidungen in vielerlei Hinsicht. Damit ihr mich alle richtig versteht: Es geht hier nicht um nachträgliche Schuldzuweisungen. Aber klar ist doch auch: Wir wären nicht da, wo wir jetzt sind, wenn wir alle nicht Fehler gemacht hätten. So selbstkritisch müssen wir sein, da dürfen wir uns nichts vormachen. Sonst kommen wir nämlich nie aus dieser Lage raus. Jetzt gilt es, die Vergangenheit zu analysieren, um die Zukunft besser gestalten zu können!

… bereits ergriffene Maßnahmen:
Zunächst einmal haben wir viel unternommen, um die Kosten deutlich zu reduzieren und die Einnahmen einigermaßen stabil zu halten. Wir haben das Projekt „Berger Feld“ erst einmal gestoppt. Wir haben Tilgungsstundungen für die nächste Saison erreicht. Das war wirklich nicht einfach, aber wichtig. Trotzdem ist dies auch nur eine Verschiebung des Problems in die Zukunft. Wir haben zur Refinanzierung der auslaufenden Anleihe eine neue Unternehmensanleihe aufgelegt.

Zunächst einmal haben wir viel unternommen, um die Kosten deutlich zu reduzieren und die Einnahmen einigermaßen stabil zu halten.

Christina Rühl-Hamers

… ihre Strategie:
Mein oberstes Prinzip in zwei Worten: kaufmännische Vernunft. Das heißt: Es geht immer um eine solide mittel- bis langfristige Perspektive. Wir dürfen uns nicht mehr vom Streben nach kurzfristigem sportlichem Erfolg treiben lassen. Emotionen dürfen bei Entscheidungen keine Rolle spielen. Im Klartext: Mit mir als Finanzvorstand wird es keine Wette auf die Zukunft geben. Wir geben nur das Geld aus, was wir haben und nicht das, von dem wir glauben, – oder hoffen – es in Zukunft zu haben. So werden wir zukünftig auch wieder in die Lage kommen, wieder proaktiv zu handeln, statt primär nur zu reagieren. So machen wir Schalke auch krisenfester.

… den Liga-Start:
Auf die kommende Saison 2021/2022 sind wir gut vorbereitet. Wir haben einen Zweitliga-Etat aufgestellt, der es uns ermöglicht unsere sportlichen Ambitionen zu erreichen. Sogar ein weiteres Jahr in der Zweiten Liga haben wir aus finanzieller Sicht konkret in unseren Planungen als ein Szenario berücksichtigt.
Auch das ist mein Job. Es gilt aber auch weiterhin: Das wirtschaftliche Handeln in der Vergangenheit prägt unsere Gegenwart und wird uns auch noch in der Zukunft beschäftigen. Ich bin mir allerdings sicher:  Wir stehen sogar, trotz allem, vor einer guten Zukunft.

… die Kraft von Schalke 04:
Wir dürfen uns nicht kleiner machen als wir sind. Unser FC Schalke 04 ist ein großartiger Club, der mit seinen Fans und Mitgliedern eine ungeheure Kraft entwickelt. Wir müssen diese Kraft, diese Energie, diese Leidenschaft endlich bündeln und gemeinsam in eine Richtung lenken, denn dann kommen wir wieder dahin, wo wir hinwollen: finanziell, sportlich und emotional nach oben. Lasst uns beides sein: ambitioniert und realistisch!

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